Kleintierpraxis
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Fachzeitschrift Kleintierpraxis
  2010 ist das 55. Jahr, in dem die Zeitschrift Kleintierpraxis ihren Lesern neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft für die praktische Tätigkeit vermittelt. Tierärztinnen und Tierärzte lernen eigentlich nie aus. Zum einen sind die Patienten äußerst vielfältig, zum anderen gilt es, das eigene Wissen zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren auf dem neuesten Stand zu halten. Hier lesen Sie, was es im Januar in der Kleintierpraxis Neues gibt. Die aktuelle Ausgabe erscheint am 15. Januar.

Herzliche Grüße

Ihre Redaktion der Kleintierpraxis
 
Neue Fachgruppe – ein Forum für Nachwuchs-Chirurgen
 
 
Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) hat auf dem 55. Jahreskongress der DVG in Berlin die Fachgruppe Chirurgie gegründet. Nachwuchswissenschaftler aus allen Gebieten der Kleintierchirurgie finden sich in dieser Fachgruppe zusammen und diskutieren neueste Entwicklungen. Die Fachgruppe hat die Kleintierpraxis als offizielles Organ gewählt und wird zukünftig die Zeitschrift für ihre Berichterstattung nutzen.

Zum Auftakt tagten die Chirurgen in Berlin gemeinsam mit dem 55. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG). Achtzehn Vorträge beschäftigten sich mit neuesten Erkenntnissen auf dem Gebiet der Chirurgie – und überzeugten durch hervorragende Qualität. In der ersten konstituierenden Mitgliederversammlung wurden Herr Professor Martin Kramer (Gießen) und Herr Dr. Stefan Scharvogel (München/Haar) zum Leitungsgremium der Fachgruppe gewählt. Die Fachgruppe Chirurgie wird zunächst ein Forum speziell für die Kleintierchirurgie sein: von der Weichteilchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie über die bildgebenden Verfahren bis hin zu Anästhesiologie und Schmerztherapie, Physiotherapie und Ophtalmologie.

Auf einer jährlichen Tagung – immer in Assoziation mit dem Jahreskongress der DGK-DVG – soll vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs Gelegenheit erhalten, sich und seine Arbeit vorzustellen. Schon auf dem Jahreskongress 2010 in Düsseldorf wird die Fachgruppe Chirurgie eine eigene Vortragsreihe gestalten, die jeder Teilnehmer am Jahreskongress kostenfrei besuchen kann. Die Abstracts der Fachgruppe werden in der Kleintierpraxis abgedruckt.
 
 
Neues Mitglied – die Schriftleitung der Kleintierpraxis
 
 
Dr. Martin Kramer
Professor Dr. Martin Kramer, Gießen, ist neues Mitglied der Schriftleitung.
  Die Kleintierpraxis hat Verstärkung bekommen: Seit Beginn des Jahres ist Professor Dr. Martin Kramer neues Mitglied der Schriftleitung. Gemeinsam mit Herrn Professor Leo Brunnberg, Frau Professor Barbara Kohn, Herrn Professor Michael Fehr und Herrn Professor Reto Neiger wird er sich für eine hohe Qualität der Fachbeiträge einsetzen. Herzlich willkommen!

Mit Professor Kramer werden die tiermedizinischen Disziplinen Chirurgie und Bildgebung in der Kleintierpraxis noch stärker vertreten sein. Martin Kramer begann seine veterinärmedizinische Laufbahn an der Justus Liebig Universität Gießen. Seine Approbation als Tierarzt erlangte Martin Kramer im Jahre 1986, daran schloss sich nahtlos seine Promotion an. Martin Kramer bildete sich in den folgenden Jahren weiter zum Fachtierarzt (FTA) für Chirurgie, Radiologie und bildgebende Verfahren, FTA für Klein- und Heimtiere sowie FTA für Kleintierchirurgie. Auch auf europäischer Ebene spezialisierte er sich und ist heute Diplomate des European College of Veterinary Diagnostic Imaging (ECVDI) - einer von acht in Deutschland. 1999 habilitierte sich Martin Kramer und erhielt im Jahr 2000 einen Ruf auf die Professur für Weichteilchirugie an der Universität Gent, den er freudig annahm. 2003 kehrte er nach Gießen zurück, seitdem hat er die Hochschulprofessur für Kleintierchirurgie inne. Wir freuen uns, dass Martin Kramer nun zum Team der Kleintierpraxis zählt.
 
 
Neue Farben – ein Jemenchamäleon als Patient
 
 
Chamäleon
© FU Berlin, Uwe Leinen
Chamäleon

© FU Berlin, Uwe Leinen
Chamäleon
© FU Berlin, Uwe Leinen
Grün, weiß, gelb, beige, grau, orange, rot und braun – die Farbwechsel beim Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) werden hormonell und nerval gesteuert.
  Die Kleintierpraxis treibt es bunt: Da Reptilien und andere Exoten immer häufiger als Patienten vorgestellt werden, berichten in der Kleintierpraxis regelmäßig Experten für diese Tierarten über ihre Patienten. Im Januar schildern Kerstin Müller und Corinna Eule von der Freien Universität Berlin den Fall eines Jemenchamäleons. Der Patient zeigte neben Inappetenz und periorbitaler Schwellung eine dunkle Färbung der Haut. Chamäleons verändern ihre Hautfarbe nicht nur zur Tarnung, auf die Farbenpracht haben unter anderem Stress, Umgebungstemperatur und Tageszeit Einfluss.

Eine am ganzen Körper anhaltend dunkle Färbung tritt beispielsweise bei zu niedrigen Haltungstemperaturen auf oder kann unspezifisches Anzeichen einer Erkrankung sein. Zu einer nur lokal dunklen Färbung kann es auch nach einer Blutabnahme kommen. Im Fall des Berliner Jemenchamäleons hielten die dunkle Färbung und die Appetitlosigkeit auch noch an, nachdem ein Abszess erfolgreich therapiert worden war.

Erst eine Probelaparotomie führte schließlich zur Diagnose der ursächlichen Erkrankung: Das Chamäleon litt an präovulatorischer Legenot. Ein spannender und nicht alltäglicher Fall, aber einen Blick über den Tellerrand wert!
 
 
Neue Möglichkeiten – pflanzliche Fremdkörper mittels CT diagnostizieren
 
 
Hund holt Stöckchen
© Melchers
Stöckchen holen – gerade bei großen Hunden ein beliebtes Spiel. Doch die Holzstücke können sich im Rachen einspießen.
  Hunde spielen leidenschaftlich gern mit Stöckchen. Oropharyngeale Verletzungen sind dabei nicht selten. Dringen die Stöckchen als Fremdkörper ein, bleiben sie häufig lange unentdeckt. Wie hilfreich die Computertomographie (CT) bei der Diagnose sein kann, zeigt eine Originalarbeit aus der Fachtierarztpraxis am Erzberg, die im Januar in der Kleintierpraxis erscheint.

Patienten werden häufig erst nach mehreren Tagen in der Praxis vorgestellt. Nur aufmerksame Besitzer stellen einen Zusammenhang zwischen dem Stöckchenspiel und klinischen Befunden wie Weichteilschwellung, unangenehmem Geruch aus dem Maul oder Fieber her. Röntgenaufnahmen können zwar Hinweise auf einen Fremdkörper geben, gerade pflanzliche Fremdkörper sind aber oft nicht sicher abgrenzbar. Die Radiodensität von Holz hängt erheblich von seinem Hydrierungszustand ab.

Die Auswertung eines CTs wird davon weit weniger beeinflusst, als die eines Röntgenbildes, denn eine Darstellung in unterschiedlichen Fenstern ist möglich (Weichteilfenster/Lungenfenster). Stöckchen können so sicher lokalisiert und in einer auf diese Weise gut planbaren Operation entfernt werden.
 
 
Neue Förderung für die Forschung – intestinale Mikrobiota
 
  Ernährung beeinflusst Darmfunktion und Tiergesundheit – wie Nahrung, intestinale Mikrobiota und die Reaktion des Wirtsorganismus im Detail zusammenhängen, soll ein von der Freien Universität Berlin initiiertes Projekt klären. Ab Januar 2010 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft den ersten Sonderforschungsbereich in der Veterinärmedizin „Ernährung und intestinale Mikrobiota – Wirtsinteraktionen beim Schwein“.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen zunächst Futterzusatzstoffe sowie Studien zur Wirkung von Probiotika und des Spurenelementes Zink. Die intestinale Mikrobiota sowie physiologische und pathophysiologische Vorgänge im Magen-Darm-Trakt sollen beschrieben werden. Zu erwarten ist nicht nur ein wesentlicher Beitrag zum Verständnis der Ernährungsbiologie von Schweinen, sondern Ergebnisse, die über die Zieltierart hinaus Wissenslücken in der Ernährungsphysiologie schließen werden.

Sonderforschungsbereiche sind langfristig angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Beteiligt an dem Berliner Projekt sind Einrichtungen der Freien Universität, der Humboldt Universität, der Technischen Universität, der Charité Universitätmedizin Berlin und das Bundesinstitut für Risikobewertung. Sprecher ist Professor Jürgen Zentek vom Institut für Tierernährung der Freien Universität Berlin.
 
 
Neuer Service für Ihre Kunden
 
  Tierärztinnen und Tierärzten konkrete Empfehlungen zur Bekämpfung wichtiger Parasiten an die Hand zu geben – das ist erklärtes Ziel der ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animals). Ein Film mit Tipps zur Entwurmung hilft Ihnen dabei, diese Empfehlungen auch Ihren Kunden in der Tierarztpraxis zu vermitteln. Sie können den Film kostenfrei in Ihre eigene Homepage integrieren. Die notwendigen Daten sendet Ihnen die ESCCAP gerne zu.

In einem dreiminütigen Film erläutert die ESCCAP Tierhaltern, wie sich Hund
und Katze mit Würmern anstecken können und wie man einen Vierbeiner
sachgerecht schützen kann.
     
 


  Impressum      
 
M. & H. Schaper GmbH
Bischofsholer Damm 24
30173 Hannover
Handelsregistereintrag:
Amtsgericht Hannover HRB 200529
Geschäftsführer: Klaus Krause
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE248954181
 
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