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  „aber das haben wir noch nie so gemacht!“ – dieser Ausruf einer Tierarzthelferin wurde zum Motto des Schwerpunktes „Hund und Katze“ beim Leipziger Tierärztekongress 2010. Kein Grund, es nicht jetzt so zu machen – so das Fazit vieler Vorträge, die im Januar in Leipzig gehalten wurden. Im Praxisalltag sollte Altbewährtes immer wieder auf den Prüfstand gestellt und kritisch mit neuen Methoden und Erkenntnissen verglichen werden. Einige Anregungen dazu gibt Ihnen die Kleintierpraxis jeden Monat. Mitte Februar erscheint die neue Ausgabe – lesen Sie schon heute, auf welche Artikel Sie sich freuen können.

Herzliche Grüße

Ihre Redaktion der Kleintierpraxis
 
Fortbildung in Serie – Notfallpatienten stabilisieren
 
  Beherrschen Sie das ABC? Airways (Atemwege), Breathing (Atmung) und Circulation (Kreislauf) müssen stabilisiert werden, um das Leben eines Notfallpatienten zu retten. Jede Minute zählt, jeder Handgriff muss sitzen. Eine Fortbildungsserie in der Kleintierpraxis hilft Ihnen, den Überblick zu behalten, wenn alles gleichzeitig geschehen muss.

Im ersten Teil der Reihe zur Stabilisation des Notfallpatienten geht es um Hunde und Katzen mit lebensbedrohlicher Atemnot. Für eine komplette Abklärung des Patienten ist im Notfall keine Zeit. Dr. Nadja Sigrist beschreibt Notfallmaßnahmen wie Tracheotomie und Thorakozentese. Sie erklärt, wie das Problem schnell lokalisiert werden kann. Trotz Zeitdruck lohnt sich dieser geringe diagnostische Aufwand: Die Therapie ist davon abhängig, ob obere oder untere Atemwege, Parenchym oder Pleuralspalt betroffen sind. Nur die Gabe von Sauerstoff ist in jedem Fall essentiell. Nadja Sigrist ist Fachtierärztin für Kleintiere sowie „Diplomate“ für Notfall- und Intensivmedizin. Als Oberärztin ist sie an der Vetsuisse Fakultät in Bern tätig. Im März wird Nadja Sigrist in der Kleintierpraxis den zweiten Beitrag ihrer Fortbildungsserie zum Notfallmanagement veröffentlichen: Darin beschreibt sie, wie Patienten mit akuten Kreislaufproblemen stabilisiert werden.

P.S.: Sie können sich auch online fortbilden. Alle ATF-anerkannten Fortbildungsartikel aus der Kleintierpraxis können im Internet gelesen werden, die Fragen beantworten Sie direkt online. Das Prüfungsergebnis erfahren Sie sofort. Die offizielle ATF-Anerkennung folgt auf dem Postweg.
 
 
Trauma – Diagnostik am Katzenohr
 
 
Erreger der Stomatitis/TracheitisOhrerkrankungen sind ein häufiger Grund für den Tierarztbesuch
  Krustiges Blut im Ohr – etwas anderes war auf den ersten Blick nicht zu sehen, als eine Katze in der Gießener Klinik für Kleintiere vorgestellt wurde. Bei der Untersuchung wurde eine nicht schmerzhafte Zusammenhangstrennung an der Ohrbasis palpiert. Erst mittels Computertomographie konnte die Diagnose gestellt werden: Gehörgangsabriss.

Zum traumatischen Abriss des Gehörgangs kommt es bei Katzen nur sehr selten. Wird dieser nicht behandelt, können sich Fisteln oder Abszesse bilden. Mit dem Gehörgang kann auch der Nervus facialis geschädigt sein. So auch bei der hier vorgestellten Katze: Am linken Auge fehlten Droh- und Lidreflex.

Mit einer otoskopischen Untersuchung allein lässt sich ein Gehörgangsabriss nicht diagnostizieren. Eine Pseudomembran kann sich bilden, die ein intaktes Trommelfell vortäuscht. Katharina Mildner-Müller und Kollegen aus der Arbeitsgruppe von Professor Martin Kramer zeigen in der Kleintierpraxis die computertomographischen Bilder, mit deren Hilfe im oben geschilderten Fall die Diagnose gestellt wurde. Sie beschreiben das operative Vorgehen und berichten, dass die Katze auch nach der Operation das Augenlid nicht vollständig schließen konnte. Damit solche Schäden nicht für eine Folge der Operation gehalten werden, ist die frühe Diagnose einer Facialislähmung wichtig.
 
 
Placebo – wirkt auch bei Tieren
 
  „Ich werde gefallen“, so lautet die deutsche Übersetzung des lateinischen Wortes „placebo“. Der Ausdruck beschreibt ein Medikament ohne Arzneistoff. Wenn das Schein-Medikament – oder eine andere Form der Therapie wie eine Schein-Operation – dennoch Wirkung zeigen, ist von einem Placeboeffekt die Rede. Warum auch Tiere auf Placebos ansprechen, erklärte Professor Wolfgang Löscher auf dem Leipziger Tierärztekongress.

Placebowirkungen beruhen auf verschiedenen Mechanismen. Beim Menschen spielt die Erwartung, die mit einer Therapie verbunden wird, eine große Rolle. Wird zum Beispiel eine Schmerztablette eingenommen, werden körpereigene Opiate durch die Erwartung aktiviert, dass der Schmerz gleich nachlässt – auch, wenn es sich bei der Tablette um ein Placebo handelt. Durch die Stimulation des „Belohnungssystems“ im Gehirn kann Dopamin freigesetzt werden, welches die Effekte endogener Opiate noch verstärkt.

Auf ein Tier haben zum einen die Erwartungen Einfluss, welche die Tierbesitzer an eine Therapie knüpfen: Das veränderte Verhalten der Besitzer beeinflusst das Befinden des Tiers. Zum anderen reagieren auch die Tiere selbst sehr sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Nicht auszuschließen ist, dass sie eine Verbindung zwischen Therapie (oder anderen Faktoren wie der Fixation während einer Behandlung) und einer nachfolgenden Besserung herstellen.

Nachgewiesen wurde inzwischen, dass die Placebowirkung beim Tier zum Teil durch klassische Konditionierung erklärt werden kann (Enck et al., 2008). Ein konditionierter Stimulus wie der Geschmack einer Tablette wird mit einer pharmakologischen Wirkung verbunden. Nach einiger Zeit wird der Wirkstoff weggelassen. Dann kann allein der bekannte Geschmack der wirkstofffreien Tablette als Stimulus die Wirkung hervorrufen.
 
 
Verwirrende Vielfalt – Erreger der Stomatitis/Tracheitis
 
 
Erreger der Stomatitis/TracheitisChronische Stomatitis bei einer Katze
  An Entzündungen von Maul und Luftröhre leiden viele Katzen. Die Therapie gestaltet sich oft schwierig, denn eine Vielzahl von Erregern kann an der Infektion beteiligt sein. Eine Originalarbeit in der Kleintierpraxis gibt zu denken: Bei gesunden Katzen wurden die Erreger mit fast derselben Prävalenz nachgewiesen wie bei erkrankten.

Von Tierheimkatzen mit und ohne Stomatitis/Tracheitis wurden Tupferproben gewonnen. Das feline Calicivirus, Chlamydophila felis, Bordetella bronchiseptica und Mycoplasma felis waren in den Tupfern gesunder und kranker Katzen in etwa gleicher Menge nachzuweisen. Nur das feline Herpesvirus kam bei Tieren mit Maul- und Luftröhrenentzündung vermehrt vor. Christina Pfülb und ihre Kolleginnen von der Laboklin GmbH & Co. KG haben noch einen weiteren Aspekt untersucht. Proben wurden zweimal genommen: bei Aufnahme in das Tierheim und zwei Wochen nach Verlassen der Quarantänestation. In dieser Zeit nahm bei den gesunden Katzen die Erregerprävalenz deutlich zu. Stress und unzureichende Hygienemaßnahmen könnten die Ursache sein. Einen ausführlichen Überblick zu den beteiligten Erregern finden Sie auch in einem Fortbildungsbeitrag aus der Kleintierpraxis-Ausgabe 8/2009. Frau Professor Kathrin Hartmann schreibt über Erreger, Pathogenese, Diagnostik und Therapie des Katzenschnupfens.
 
 
Kostenfrei – Tipps zur Igelhilfe
 
 
Kostenfrei – Tipps zur IgelhilfeDie Broschüre gibt Tipps zur Behandlung kranker Igel.
Kostenfrei – Tipps zur IgelhilfeNicht jeder Igel braucht Hilfe, aber jede Hilfe muss richtig sein.
  Wird bei Dauerfrost und Schnee ein Igel gefunden, braucht er Hilfe. Bei kaltem Winterwetter laufen nur zu spät geborene oder kranke Igel herum. Doch wie sollen diese Tiere behandelt werden, wenn sie bei Ihnen in der Praxis landen? Tipps, Dosierungen und Referenzwerte finden Sie in der Broschüre „Igel in der Tierarztpraxis“ des Verlags Pro Igel e. V – hier kostenlos zum Download.

Ende 2009 erschien die überarbeitete Neuauflage der Fachveröffentlichung von Tierärztin Barbara Zaltenbach-Hanßler. Auf jetzt 36 Seiten finden viele Hinweise erfahrener Tierärzte und Igelpflegestationen Platz. In den vergangenen Jahren verschwanden verschiedene bei der Behandlung erkrankter Igel bewährte Medikamente vom Markt, z. B. das gegen Endoparasitosen der Lunge nachweislich am besten wirksame Citarin L (Wirkstoff Levamisol) der Firma Bayer. Die aktualisierte Broschüre enthält eine Übersicht zu Wirkstoffen und den erhältlichen Medikamenten. Auch neue Erkenntnisse über verschiedene Igelerkrankungen und Fortschritte bei der Therapie wurden berücksichtigt, etwa zu Kryptosporidiose und Giardiose. Für die Pflege von Igeln relevante Gesetzesvorschriften werden kurz und klar dargestellt.

Finder und Pfleger von Igeln finden viele wertvolle Informationen auf der Homepage des Vereins Pro Igel. Hier können Sie die Broschüre auch bestellen oder sich Merkblätter herunterladen, um sie beispielsweise im Wartezimmer Ihrer Praxis auszulegen.
 
 
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  Impressum      
 
M. & H. Schaper GmbH
Bischofsholer Damm 24
30173 Hannover
Handelsregistereintrag:
Amtsgericht Hannover HRB 200529
Geschäftsführer: Klaus Krause
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE248954181
 
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