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  wiedererkennen können Sie nur, was Sie schon gesehen haben. Erinnern werden Sie sich nur an etwas, das Sie schon gehört oder gelesen haben. Deshalb berichten Praktiker und Pathologen Ihnen in der Kleintierpraxis von interessanten und ungewöhnlichen Fällen. Vielleicht stoßen Sie hier auf die Differentialdiagnose, an die Sie noch nicht gedacht hatten? In Übersichts- oder Fortbildungsartikeln – wie der Serie zum Notfallpatienten – fassen die Autoren für Sie den aktuellen Wissensstand zusammen. Wenn Sie in der eigenen Praxis entsprechende Patienten behandeln, sind Sie so immer auf dem neuesten Stand.

Herzliche Grüße

Ihre Redaktion der Kleintierpraxis
P.S.: Hier können Sie einen Blick in den Inhalt der nächsten Ausgabe der Kleintierpraxis werfen – das Heft erscheint am 15. März 2010.
 
Umfrage: Ihre Meinung zum Thema Schmerz
 
  Hund und Katze sagen Ihnen nicht, wenn sie unter Schmerzen leiden. Für die objektive Beurteilung chronischer Schmerzen konnte bislang noch kein Goldstandard etabliert werden. Aber deren Therapie ist für die Lebensqualität der Patienten essentiell. Welche Einstellung zu Schmerz und Schmerzbehandlung haben Sie als praktizierende Tierärztin/Tierarzt? In dieser Umfrage ist Ihre Meinung gefragt!
An europäischen Universitäten wird im Bereich Schmerzmanagement intensiv geforscht. Doch Daten zur Einstellung von Tierärzten und Tierärztinnen gibt es überraschenderweise noch nicht. Daher haben sich Experten aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und dem Vereinigten Königreich zusammengetan, um eine Internet-basierte Umfrage durchzuführen. Deutschland wird durch die Chirurgische Tierklinik in Gießen vertreten: Dr. Sabine Tacke und Professor Martin Kramer sind Mitglieder des Expertengremiums.
Die Umfrage wird Sie nicht länger als 20 Minuten in Anspruch nehmen und ist völlig anonym. Trotz englischer Log-In-Seiten ist die Umfrage selbst auf Deutsch. Falsche Antworten gibt es nicht, gefragt ist nur Ihre Meinung. Hier können Sie teilnehmen (Kennwort: schmerz).
Die Ergebnisse der Umfrage aus den einzelnen Ländern und aus ganz Europa werden publiziert. Der Input aus der Praxis ist wichtig, um neue Fragestellungen für die angewandte klinische Forschung zu identifizieren. Fortbildungsprogramme können mit Hilfe dieser Daten gezielt auf die Situation in der Praxis eingehen. Die Studie wird zudem klären, ob es innerhalb Europas länderspezifische Unterschiede gibt. Schließlich kann jeder Teilnehmer sein eigenes Vorgehen mit dem anderer Tierärzte vergleichen.
Die therapeutischen Ansätze zur Schmerzbehandlung sind zahlreich. Ein Überblick zur medikamentösen und physikalischen Therapie beim chronischen Schmerzpatienten von Dr. Barbara Bockstahler und Dr. Ulrike Auer wurde im Oktober 2009 in der Kleintierpraxis veröffentlicht.
 
 
Alopecia areata – einer Hündin fallen Haare und Krallen aus
 
 

Eine Hündin, deren Haut großflächig haarlos und dunkel pigmentiert erscheint.
Foto: Dr. med. vet. Meike Horn
  Eine sechs Jahre alte Mischlingshündin verlor plötzlich alle 18 Krallen. Einige Zeit später fielen ihr die Haare aus – am Hals, am Kopf, schließlich an den Gliedmaßen. Die Krallen dagegen wuchsen nach, blieben aber weich und brüchig mit unebener Oberfläche.
Die Hündin wurde in der Tierärztlichen Klinik Ahlen vorgestellt. Dort konnte nach klinischer Beurteilung und einer histologischen Untersuchung von Hautbiopsien die Diagnose Alopecia arreata mit begleitender Trachyonchia gestellt werden. Dr. Meike Horn und Mitarbeiter beschreiben den Fall in der aktuellen Ausgabe der Kleintierpraxis. Sie vergleichen Daten aus der Human- und Veterinärmedizin. Das klinische und histologische Bild bei Mensch und Hund ähnelt sich sehr. Auch in der Humanmedizin sind Fälle bekannt, in denen sich die Nägel veränderten. Menschliche Patienten mit Nagelveränderungen haben eine verhältnismäßig schlechte Prognose. Der massive Haarausfall und die brüchigen Nägeln führen zu einem beträchtlichen psychischen Druck, unter dem die Betroffenen sehr leiden.
Auch im Fall der hier vorgestellten Hündin konnte bis dato keine Besserung festgestellt werden. Das Allgemeinbefinden der Hündin blieb jedoch ungestört. Daher wurde in Anbetracht der Nebenwirkungen bislang auf eine immunsuppressive Therapie verzichtet.
 
 
Preise für tolle Vorträge und Poster
 
 
Arianna Maiolini, Kirsten Kühner, Birgit Schläfke
Arianna Maiolini, Kirsten Kühner, Birgit Schläfke
Prof. Dr. Andreas Moritz, Dinah Morgenthal, Prof. Dr. Kathrin Hartmann, Judith Schmitt, PD Dr. Stefan Neumann, Sonja Aghighi, Prof. Dr. Reinhard  Mischke
Prof. Dr. Andreas Moritz, Dinah Morgenthal, Prof. Dr. Kathrin Hartmann, Judith Schmitt, PD Dr. Stefan Neumann, Sonja Aghighi, Prof. Dr. Reinhard Mischke
  Zeit für ein wenig Lampenfieber: Auf der Jahrestagung der Fachgruppe Innere Medizin und Labordiagnostik (InnLab) halten viele Doktoranden ihren ersten Vortrag. Traditionell bietet die InnLab dem wissenschaftlichen Nachwuchs Gelegenheit, die eigenen Arbeiten vorzustellen. So wurde auch im Februar 2010 eine große Themenvielfalt aus Innerer Medizin und Labor präsentiert. Die besten Vorträge und interessantesten Poster wurden mit Preisen ausgezeichnet.
Den besten Vortrag auf der 18. Jahrestagung hielt Kirsten Alice Kühner aus München, die auf deutschen Rassekatzenausstellungen Kot gesammelt und auf Tritrichomonas foetus untersucht hat. Tritrichomonas foetus, bekannt als Erreger der Deckseuche bei Rindern, kann bei Katzen Durchfall verursachen. In Deutschland wurde der Erreger erstmals 2007 von Jörg Steiner und Mitarbeitern¹ nachgewiesen. Nadia Asisi, Jörg Steiner, Kurt Pfister und Barbara Kohn gaben im November 2008 in der Kleintierpraxis einen Überblick zu Vorkommen, Nachweis und Therapie der T.-foetus-Infektion bei Katzen. Christian Schrey berichtete im März letzten Jahres von Tritrichomonas foetus bei drei Wohnungskatzen.
Kirsten Kühner wies nun bei 15,7 Prozent der Rassekatzen eine T.-foetus-Infektion nach. Überraschenderweise waren Norwegische Waldkatzen mit einer Prävalenz von 66,7 Prozent signifikant häufiger infiziert. Kühner wurde für ihren Vortrag mit dem mit 500 Euro dotierten Schattauer-Preis ausgezeichnet. Arianna Maiolini (Hannover) und Birgit Schläfke (München, Berlin) erhielten als zweiten und dritten Preis jeweils ein Jahresabo der Tierärztlichen Praxis, gestiftet vom Schattauer-Verlag.
Das beste Poster wurde von Sonja Aghighi aus Hannover präsentiert. Sie erhielt den mit 300 Euro dotierten Preis der Fachgruppe InnLab. Aghighi beurteilte neurologische Defizite und Schmerz bei Hunden, die aufgrund eines thorakolumbalen Bandscheibenvorfalls operiert wurden. Hunde, die oral Gabapentin erhielten, hatten weniger Schmerzen. Die Gewinnerinnen des zweiten und dritten Posterpreises, Dinah Morgenthal und Judith Schmitt, erhielten jeweils ein Jahresabo der Kleintierpraxis, gestiftet vom Schaper-Verlag.

¹ Steiner et al. (2007): Identification of Tritrichomonas foetus DNA in Feces from Cats with Diarrhea from Germany and Austria. J Vet Int Med 21:649.
 
 
Schock – im Notfall den Kreislauf stabilisieren
 
  Abnormale Herzfrequenz, blasse oder gerötete Schleimhäute, pochender oder kaum fühlbarer Puls signalisieren: Ihr Patient befindet sich im Schock. Im März erscheint in der Kleintierpraxis der zweite Teil der Fortbildungsserie zur Stabilisation des Notfallpatienten. Ist die Atmung sichergestellt, muss im Notfall geklärt werden, ob der Sauerstoff auch dahin gelangt, wo er gebraucht wird.
Im Schock ist die Durchblutung gestört, den Zellen fehlen Sauerstoff und Nährstoffe. Lebensbedrohliche Zellschäden resultieren. Lernen Sie in der Fortbildung, die unterschiedlichen Formen des Schocks an ihren klinischen Anzeichen zu erkennen. Die Autorin des Artikels, Dr. Nadja Sigrist, Expertin für Notfall- und Intensivmedizin an der Universität Bern, erklärt: „Patienten mit klinischen Symptomen von Schock brauchen große Mengen an intravaskulärer Flüssigkeit“. Wählen Sie die optimale Infusionslösung und geben Sie die richtigen Mengen in der richtigen Geschwindigkeit.
Sauerstoffzufuhr ist ein weiteres zentrales Element der Therapie. Weil Schmerzen die Symptomatik verstärken, ist die Gabe von Analgetika bei allen Schockpatienten indiziert, die Schmerzen haben könnten.
Steroide, die jahrelang als Schockmedikation empfohlen wurden, schnitten in Studien hingegen schlecht ab: Mortalität und Morbidität stiegen. Außer beim septischen Schock sind sie zur Therapie des Notfallpatienten im Schock ungeeignet.
 
 
Kein Hund wie der andere
 
 
Lange Nasen, kurze Nasen bei Hunden
Lange Nasen, kurze Nasen – die Vielfalt der verschiedenen Hunderassen ist groß.
© fotolia, Nataliya Kuznetsova
  Die kontinuierliche Selektion durch Züchter hat dazu geführt, dass innerhalb der Art Canis familiaris innerhalb weniger Jahre eine riesige Varianz der Körperformen entstanden ist. So ist die Vielfalt unterschiedlich geformter Schädel bei Hunden größer als innerhalb der gesamten Ordnung der Fleischfresser.
Die Extreme liegen bei den Hunderassen sogar weiter auseinander: Der Unterschied zwischen dem Schädel eines Collies und dem eines Pekinesen ist größer, als der zwischen einem Katzenschädel und dem eines Walrosses. Das beschreiben Biologen von der Universität Manchester in einem Artikel, der im Januar 2010 in „The American Naturalist“ publiziert wurde.
Die große Vielfalt entsteht zum einen, weil über einen langen Zeitraum anhaltend selektiert wird. Zum anderen sind der Evolution von Haushunden nicht die Grenzen gesetzt, denen wild lebende Fleischfresser unterworfen sind. In der Natur führen Variationen, die beispielsweise die Atmung einschränken, zum Aussterben. Diese natürliche Selektion wird durch die Auswahl der Züchter ersetzt.
Am größten war die Varianz, wenn das Zuchtziel nicht die Arbeit, sondern allein das Aussehen der Hunde war. Die Vielfalt der Schädelformen war bei reinen Begleithunden größer als bei allen anderen Gruppen wie Jagd- oder Hütehunden zusammen. Hier überleben nicht die am besten an ihre Umwelt angepassten Tiere, sondern die niedlichsten.
Die Schädelform ist ein gutes Beispiel dafür, wie groß die genetische Variation der Rasse Hund dank züchterischer Selektion ist. Die große Vielfalt macht es nicht leicht, in der Praxis den Überblick zu behalten. Das betrifft neben der Körperform beispielsweise auch genetische Dispositionen für bestimmte Erkrankungen. Ein Beispiel findet sich in der aktuellen Kleintierpraxis: Sabrina Stritzel und Professor Ottmar Distl vom Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung Hannover geben einen Literaturüberblick zu Rassedispositionen und familiär gehäuftem Auftreten des sekundären Cushing-Syndroms beim Hund.
 
 
PRAXIS-FORTBILDUNG für Tiermedizinische Fachangestellte
 
  Ein eingespieltes Praxisteam ist gerade in Ausnahmesituationen – wie z. B. beim Verlust eines Tieres – besonders wichtig. Am 27. März 2010 findet in Hannover eine Fortbildung für Tiermedizinische Fachangestellte zu den Themen Trauerbegleitung und Labordiagnostik statt.
Professionelle Trauerbegleitung bedeutet beides: einfühlsame Betreuung und professionelle Distanz. Praxiscoach Holger Möller erarbeitet in einem halbtägigen Seminar, welche Bedürfnisse ein Trauernder hat und wie man ihm professionell zur Seite stehen kann.
Der Fortbildungstag wird durch die theoretischen und interaktiven Übungen zum Thema Labordiagnostik von Herrn Prof. Dr. Reinhard Mischke abgerundet. Das „Praxis-Labor“ wiederholt wichtige Grundlagen einer erfolgreiche Labordiagnostik und liefert klinische Beispiele aus der Routine- und Notfallpraxis. Melden Sie Ihre Mitarbeiter/-in gleich an, es sind noch wenige Plätze zu vergeben.
 
 
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  Impressum      
 
M. & H. Schaper GmbH
Bischofsholer Damm 24
30173 Hannover
Handelsregistereintrag:
Amtsgericht Hannover HRB 200529
Geschäftsführer: Klaus Krause
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE248954181
 
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